Allan Kaprow – Happening

Die Entstehung des Happenings

Der Amerikaner Allan Kaprow (1927-2006) hat Ende der 50er-Jahre den Begriff des Happenings geprägt. Es war die Zeit, in der es in der Musik zum Einsatz von Stille und Geräusch kam, in der Malerei und Skulptur zur Verwendung von Materialien aus der Industrie und dem Papierkorb, im Tanz zu Bewegungen, die nicht länger anmutig waren, aber auf der Beobachtung menschlicher Handlungen gründeten. Allan Kaprow war aufgeschlossen für Einflüsse aus mehreren Gebieten; studiert hat er bei dem Kunsthistoriker Meyer-Schapiro, dem Komponisten John Cage und dem Maler Hans Hofmann. Sein eigenes Werk und das anderer Künstler hat er in zahlreichen Veröffentlichungen vermittelt; in seinem einflussreichen Essay „The Legacy of Jackson Pollock“ bezeichnet er außerdem Pollock als für ihn Weg weisend.

Bekannt wurde Allan Kaprow 1959 mit „18 Happenings in 6 Parts“;
Mit „18 Happenings in 6 Parts“ war ein entscheidender Schritt in Kaprows Werk vollzogen: Erwünscht war nicht länger passives Zuschauen, sondern aktive Teilnahme. Bei einem Happening sollte es ausschließlich Mitwirkende geben. Allan Kaprow hat in den „Scores“ (eigentlich: Partituren), den Handlungsanleitungen für die Teilnehmer, manchmal ausdrücklich darum gebeten, dass Zuschauer sich fern halten; so heißt es etwa bei „Flick“ von 1967: „Diejenigen, die nicht teilnehmen möchten, werden respektvoll gebeten, nicht als bloße Zuschauer zu kommen. Es wäre unfair den anderen gegenüber.“ Bei „Flick“ verteilen sich die Mitwirkenden in vier Gruppen auf vier verlassene Straßen. Fünfzehn Minuten vor Mitternacht stoßen sie mit Trillerpfeifen schrille Töne aus, zünden Streichholzheftchen an und zerstreuen sich dann auf dem Nachhauseweg in unterschiedliche Richtungen.

Für Allan Kaprow existierte Kunst nicht losgelöst vom alltäglichen Leben; er wollte beides miteinander verbinden. „everything is art, art is everything“.